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27.4.2014, 08:54
JensN
Hiho,

mich würde mal interessieren welches die prägenden Fantasy- und SciFi-Romane eurer Jugend waren und ob sie möglicherweise Einfluss auf euer Rollenspiel hatten.

Bei mir waren es:

„Der Hexer von Salem“
Ohne Cthulhu oder Lovecraft zu kennen bekam ich diese Bücher als Jugendlicher in die Hände und war begeistert. Ich habe mich vor allem insofern gegruselt, dass ich mich an manchen Stellen gefragt habe, was wäre, wenn das real wäre. Meine Begeisterung für das mystische wurde sicher durch den „Hexer von Salem“ gestärkt.

Die „DarkSun“ Romane
Wieder ohne das Rollenspiel zu kennen (auch nicht D&D) las ich Buch für Buch in einem Stück und freute mich auf das nächste das natürlich erst noch gekauft werden musste. Wie die Magie dort funktioniert hatte mich in den Bann gezogen.

„Dune“
Einzigartig. Besonders toll wie Religion in dem Buch verarbeitet wird.

Die StarWars Romane, vor allem die Geschichten über Han Solo, Lando Calrissian und die Mos Eisley Bar
Wohl die Romane die am stärksten meinen Hang zum Glücksritter und chaotisch guten Schurken geprägt haben. Mal wieder SciFi. Auch StarWars lerne ich erst recht spät kennen.

Die Shadowrun-Romane bis ca. Nr. 30
Wie schon an anderer Stelle gesagt war Shadowrun das Rollenspiel meiner Jugend. Heute ist das in meinen Augen Pulp, damals las ich was ich von SR in die Finger bekam. Da mich SciFi allgemein sehr interessierte, war es wohl kein Wunder, dass ich lange kein Fantasy-RPG spielte. Neuromancer von William Gibson las ich erst während des Studiums.

„Der Herr der Ringe“
Inhaltlich weniger für mich prägend als die zuerst genannten Bücher, will ich mal behaupten, vom allgemeinen Bild einer Fantsywelt mal abgesehen. Den „Herrn der Ringe“ las ich mit 14 und hatte vorher durch einen Zivi bei uns im Naturschutzbund davon erfahren. So kam es, dass ich DSA soger noch vorher kannte. Heute kann ich dem Silmarillion viel mehr abgewinnen, das kannte ich damals aber noch nicht.

Die „Jahr des Greifen“-Triologie und „Der Scharlatan“
Da ich mangels Mitspielern kaum dazu kam DSA zu spielen, prägten sicher diese Romane mein Bild von DSA, zusätzlich zu den Boxen. Meine Erinnerungen daran sind so gut, dass ich sie durchaus nochmal rauskramen würde. Auch weil ich gerade das zerbrochene Rad lese (immer noch, seit einigen Wochen, weil ich heute viel langsamer lese).
27.4.2014, 15:40
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Rukus
Ich war nie eine sonderlich große Leseratte, abgesehen von Comics. Filme waren mit immer lieber. Ich erinnere mich allerdings noch, dass ich Robin Hood gelesen habe. Das war immer eine meiner Lieblingsfiguren. So ist Robin Hood auch immer noch einer meiner liebsten Disney-Filme, und der König der Vagabundene einer meiner liebsten Hollywood-Klassiker. Und dann gab es da natürlich noch Robin of Sherwood, großartige Serie. Der verdanke ich vermutlich meine Vorliebe für Celtic Folk. Und dann kam Conan. Der Rest ist Geschichte … ;)
27.4.2014, 16:11
Elwin
Die frühen Shadowrun-Romane habe ich verschlungen. Sie haben mein Bild von Shadowrun auch nachhaltig geprägt.
Die DSA-Romane fand ich so miserabel, dass ich aufgehört habe, DSA-Romane zu lesen. Das war der große Gegensatz zu SR, fand ich damals. Ich bin froh, dass mein Rollenspiel (hoffentlich) unbeeinflusst von den DSA-Romanen geblieben ist, denn die gingen auf keine Kuhhaut!
Ansonsten habe ich nur sporadisch Fantasy gelesen. Ein paar Shannara-Romane (nicht chronologisch) fand ich relativ unbeeindruckend, die Schwerttänzer-Romane von Jennifer Roberson hingegen fand ich gewissermaßen sehr inspirierend. Jedenfalls die vier, die ich gelesen habe. Ich sehe nämlich, dass es noch mehr gibt. Star Wars Romane habe ich keine gelesen, Star Trek nur zwei Stück, die ich mal auf dem Grabbeltisch gefunden habe (für mehr waren sie auch nicht gut), kein Battletech, kein Perry Rhodan, den ersten Drizzt-Roman, aber das war es auch schon mit D&D. Die ersten 80 Seiten vom Herrn der Ringe, danach hatte ich die Nase voll.
Vielleicht ist mein Rollenspiel also eher unbeeindruckt durch die Fantasy-Literatur geblieben? Wer weiß?…
28.4.2014, 12:32
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Der Mönch
Gute Frage!

Bei mir gibt es klar zwei große Einflüsse: Herr der Ringe mit 14 sowie parallel DSA angefangen zu spielen. Das zweite ist Perry Rhodan in allen Variationen, ebenfalls mit 14. Später kamen dann verschiedene andere Bücher und auch Rollenspiele dazu, allerdings blieb das lange Zeit mein Horizont, bis 17-18.

28.4.2014, 15:33
rillenmanni
Prägende Lektüre aus Fantasy und SF, die am Ende gar Einfluss auf mein liebstes Hobby genommen hat? Puh! :)

Mit Romanen konnte ich in meiner späten Kindheit und Jugend nur wenig anfangen. Ich habe aber Gruselhörspiele (EUROPA) gehört und das eine oder andere Buch mit gesammelten Geister- und Gespenstergeschichten. An SF habe ich die ersten drei Silberbände von Perry Rhodan gelesen (—> und die entsprechende 12-teilige Hörspielserie gehört). Ein Großereignis war das Lesen von ES (Stephen King). Davon abgesehen habe ich fast ausnahmslos John Sinclair gelesen sowie — rauf und runter, rauf und runter — meine DSA-Spielhilfen und -Abenteuer. Natürlich habe ich mir wie die meisten Personen mit DSA-Hintergrund auch die DSA-Romane reingezogen, bis die Schmerzgrenze schlussendlich *wirklich* überschritten war. Aber natürlich gab es darunter einige wenige positive Ausnahmen wie zB karlis Romane: Im ersten der fünf Romane übte er mE noch, der zweite ist schon toll, und die Dajin-Trilogie ist herausragend, mE selbst global betrachtet! Auch der sechste Roman — Westwärts, Geschuppte! — ist grandios und zudem urkomisch, allerdings nicht wirklich spannend.

Mittlerweile lese ich auch deutlich mehr Romane, wobei ich mich noch immer als Sachbuchmenschen sehe. Ich verzichte aber auf Nennungen, weil ich ja schon lange nicht mehr jung im Sinne der Anfrage bin. :) (Bereits beim Lesen des ersten Karli-Romans gleich nach Erscheinen war ich 22 Jahre alt, insofern hätte ich bereits diese nicht mehr nennen dürfen.)

Einen Einfluss auf's Rollenspiel hat das ganze mittelbar: Das Grusel- und Horrorzeug hat mich derart versaut, dass ich es in keinem meiner Abenteuer schaffe, ohne einen Geist auszukommen. Erst dann fühle ich mich heimisch. :)
28.4.2014, 22:25
Belfionn
Ich war schon als Kind ein Bücherwurm und habe den Herrn der Ringe mit 12 das erste Mal gelesen. Wenig überraschend hieß mein erster Rollenspielcharakter (DSA) dann Aragorn. Auch für meine Vorstellungen der Orks, Elben und Zwergen, sowie auch von Freundschaft, Zusammenhalt und Heldentum war dieses Buch defnitiv prägend. Ich habe nie verstehen können, wie man einen Charakter erschaffen und spielen konnte, der auf Grund seines „coolen“ Konzepts absolut gruppenunkompatibel war.

Die zweite sehr wichtige Reihe waren die Prinz Eisenherz Comics, die ich aber als dicke Hardcoverbücher gelesen und daher damals eher als Romane aufgefasst habe. Auch das war für mein Helden-Verständnis sowie mein Mittelalter"wissen“ sehr prägend. (Ja, ein Ritter hält seine Lanze ständig in der Hand und trägt immer Kettenhemd!) Und diese Bilder liebe ich immer noch!

Zwischendurch habe ich auch immer mal wieder andere Fantasyromane aus der Bibliothek gelesen, an die ich mich aber nicht mehr erinnere. Ich weiß nur, dass auch einige von Wolfgang Hohlbein dabei waren. Und Robin Hood! Der war neben Eisenherz definitiv mein großes Vorbild und die von Rukus genannten tollen Filme sowie verschiedene Bücher haben sicher auch mein (Helden-)Herz für Unterdrückte wachsen lassen.

Kurz nachdem ich mit DSA angefangen habe, habe ich auch die ersten DSA-Romane in die Finger bekommen und davon im Laufe der Zeit echt viele gelesen, wobei mir erst durch Glück, später dann durch Internetrezensionen der übelste Schund erspart geblieben ist. (OK, Raidri und die Südmeertrilogie habe ich gelesen, aber das sehe ich heute irgendwie als Kult an — wer das nicht selbst gelesen hat, kann auch nicht fundiert darüber lästern.) Daneben habe ich mich auch tagelang in Spielhilfen (Rauhes Land im hohen Norden!) vertieft. Die Boxen und DSA-Romane waren für mich vor allem ein Einblick in die Welt Aventurien und haben mich höchstens dahingehend geprägt, dass ich eine Weile (wohl zum leidwesen meiner Gruppe) ein bisschen zu viel Wert auf aventurische Stimmigkeit gelegt habe.

Literarischen Kontakt zu Sci-Fi hatte ich in meiner Jugend kaum. Klar kannte ich Star Wars und Star Trek, aber gelesen habe ich dazu nie etwas. Passend dazu habe ich auch noch nie ein Rollenspiel in einem Sci-Fi-Universum gespielt, auch wenn mich Shadowrun sehr reizt, seit ich Neuromancer vor ein paar Jahren gelesen habe.
2.5.2014, 14:33
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Der Mönch
Was ich ja auch spannend finde ist die zweite Lektüre dieser literarischen Jugend-Helden. zB Perry Rhodan. Vor kurzen las ich die ersten 6 Silberbände nach (habe aber ehrlich gesagt einiges überflogen). Das war teilweise ganz schön gruselig schlecht und entspricht überhaupt nicht mehr meinem Geschmack. Tja, als man noch jung und unschuldig war…PS: ja manchmal ist mir langweilig in Südafrika ;)
zuletzt geändert: 2.5.2014, 14:33
2.5.2014, 15:26
rillenmanni
Ja, so toll sind die gar nicht. Die 12 Folgen Hörspiel, in denen die ersten drei Silberbände aufgehen, komprimieren jene und verbessern sie mE dadurch. Die Hörspiele höre ich auch heute gern dann und wann.

Dass ich die Silberbände gar nicht so gut finde, habe ich 2009/10 bemerkt, als ich sie als Hörbuch erneut „las“. (Man bekommt die Bücher dort ja vorgelesen, also zählt das schon.) Die Sache mit der Dritten Macht ist schon eine gute Basis. Aber viel mehr kommt nicht auf diese Basis drauf mE. Und man bedenke, wann die entsprechenden Groschenromane, die ja dann zu den Silberbänden zusammengefasst (und hie und da korrigiert und verbessert) wurden, erschienen sind! Demenstprechend schneiden die Frauen in der Geschichte nicht gut ab! Allen voran natürlich Thora, diese hysterische und vernunftbefreite Kreischnudel, die zu dem frühen Zeitpunkt der Geschichte wohl genau für die Vorstellung der Autoren vom fremden Wesen „Frau abseits vom Herd“ herhalten musste. Aber Perry hat sie ja intellektuell im Griff und zeigt dem Weibsbild seine Grenzen auf! Puh! Und auch die anderen Frauen lassen gerne mal ihre Hilfsbedürftigkeit durchscheinen. Letztlich wirken sie ein wenig wie Männer zweiter Klasse. (Das Hörspiel justiert hier übrigens ganz gut durch Auslassungen. Und solange Judy Winter die Thora spricht, verzeiht man Thora alles… :))
Ich bin 2009/2010, also 25 Jahre nach dem Hörpsiel, dann auch erstmalig in meinem Leben über den dritten Band hinausgekommen! Aber Band 4 hat mich alles andere als vom Hocker gerissen, so dass ich wohl weitere 25 Jahre benötige, um mich an Band 5 zu wagen. :)
2.5.2014, 15:44
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Der Mönch
Ich habe ja über Jahre die alten Bände und parallel die neuen Hefte, die immer noch regelmäßig erscheinen, gelesen. Die „modernen“ Hefte sind qualitativ auch deutlich besser, dank der beteiligten Autoren. Aber irgendwann konnte ich mir als armer Student das Jahresabo nicht mehr leisten.

Noch einmal kurz zum frühen Perry Rhodan: Ich finde auch man merkt stark, dass die ersten Schreiber noch von bestimmten Bildern geileitet waren, und sicherlich auch ihren Erfahrungen im zweiten Weltkrieg. Vom Frauenbild ganz zu schweigen. Denn so alt ist dieses ganz Ding schon. In den späteren Bänden tauchen dann neue Autoren auf, die der ganzen Serie einen ganz anderen Anstrich geben. Besonders Silberband 7 ist spannend, da wird nämlich einer meiner Lieblingsfiguren (Atlan, ein Arkonide) eingeführt. Ach ja, das waren noch Zeiten, als man unter starken Hormon-Einfluss stand und dankbar für „echte“ Heldenfiguren war! Ich kann auch nicht abstreiten, dass mich damals Perry Rhodan zum positiven beeinflusst hat, nämlich durch die Vision einer geeinten globalen Gemeinschaft. Toll!

oh man, jetzt hab ich wieder Lust mich damit zu beschäftigen :-D
2.5.2014, 17:38
JensN
Habe mir mal die Perry-Rhodan-Hörspielserie angehört. Das war ganz witzig.

Meine Shadowrun Romane hauen mich heute auch nicht mehr vom Hocker.

Die alten He-Man Hörspiele von Europa habe ich aber genauso wie damals sehr gerne gehört. Vielleicht liegt das ja am Medium.

Die beiden Tigana Bücher von Guy Gavriel Kay gefallen mit aber z.B. heute noch genauso wie damals. Die hatte ich in meiner Liste oben ganz vergessen.
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